Featured image of post Warum ich auf meinem Blog jetzt doch Besucherstatistiken einsetze

Warum ich auf meinem Blog jetzt doch Besucherstatistiken einsetze

Nach über 15 Jahren stagniert die Reichweite meines Blogs. Warum ich nach einem umfassenden Relaunch auf Matomo setze und meinen Datenschutzgrundsätzen trotzdem treu bleibe.

Jetzt also doch Besucherstatistiken? Warum ich meine Meinung geändert habe

Wer meinen Blog schon länger besucht, weiß, dass mir Datenschutz ziemlich wichtig ist. Keine Werbenetzwerke, keine unnötigen Cookies und schon gar keine Dienste, die das Verhalten meiner Leser über verschiedene Webseiten hinweg verfolgen.

Daran hat sich auch nichts geändert. Trotzdem gibt es auf Christians Blog jetzt eine Funktion, die ich bisher bewusst vermieden habe: eine Besucherstatistik.

Ein Widerspruch? Auf den ersten Blick vielleicht. Aber die Geschichte dahinter ist etwas länger.

Über 15 Jahre Bloggen – und irgendwann geht es nicht mehr voran

Christians Blog gibt es inzwischen seit über 15 Jahren. In dieser Zeit habe ich unzählige Stunden damit verbracht, Artikel zu schreiben, Informationen zusammenzutragen und meine Erfahrungen weiterzugeben. Vor allem für Berufskraftfahrer, aber auch zu anderen Themen, die mich beschäftigen.

Über die Jahre habe ich mir damit eine gewisse Reichweite und eine feste Leserschaft aufgebaut. Darauf bin ich durchaus stolz. Schließlich steckt hinter diesem Blog kein Verlag, keine Redaktion und auch keine Marketingabteilung. Das mache ich alles selbst, neben meinem eigentlichen Beruf.

Allerdings habe ich irgendwann festgestellt, dass sich bei meiner Reichweite nicht mehr besonders viel tut. Die Leser sind da, neue kommen sicherlich auch hinzu, aber ein wirkliches Wachstum konnte ich schon länger nicht mehr erkennen.

Natürlich könnte ich einfach so weitermachen wie bisher. Artikel schreiben, veröffentlichen und hoffen, dass sie ihre Leser finden.

Aber damit wollte ich mich nicht zufriedengeben.

Also habe ich angefangen, meinen Blog gründlich zu überarbeiten. Und aus dem, was ursprünglich eher kleinere Anpassungen werden sollten, entwickelte sich schließlich eine nahezu vollständige Neugestaltung der Webseite.

Das Hugo-Theme wurde in weiten Teilen umgebaut. Die Darstellung der Artikel, die Navigation und die Bedienbarkeit habe ich überarbeitet. Dazu kamen neue Funktionen, zusätzliche Informationsangebote und eine ganze Reihe technischer Verbesserungen.

Besonders viel Arbeit ist auch in die Suchmaschinenoptimierung geflossen. Denn was nützt mir der beste Artikel, wenn er bei Google und anderen Suchmaschinen irgendwo auf den hinteren Ergebnisseiten verschwindet und kaum jemand ihn findet?

Dabei ging es mir nicht darum, aus meinem Blog eine möglichst große Klickmaschine zu machen. Ich möchte schlicht erreichen, dass meine Inhalte auch bei den Menschen ankommen, für die ich sie schreibe.

Und nach diesem ganzen Aufwand stellt sich natürlich eine Frage: Hat das alles tatsächlich etwas gebracht?

Genau das kann ich bisher kaum beurteilen.

Die Serverprotokolle liefern zwar jede Menge Zahlen, aber darin finden sich neben echten Seitenaufrufen auch Suchmaschinen-Bots, automatisierte Scanner und andere Zugriffe. Eine hundertfach aufgerufene Seite bedeutet schließlich nicht, dass hundert Menschen den Artikel gelesen haben.

Deshalb möchte ich jetzt genauer hinschauen. Nicht, um meine Leser zu überwachen, sondern um herauszufinden, ob meine Arbeit an der Webseite Früchte trägt und Christians Blog wieder mehr Menschen erreicht.

Also doch Matomo

Ich habe mich deshalb entschieden, künftig Matomo für die Auswertung meiner Besucherzahlen einzusetzen.

Matomo ist eine quelloffene Software zur Webanalyse. Anders als bei vielen kommerziellen Statistikdiensten betreibe ich sie selbst. Die Anwendung läuft auf meinem eigenen Heimserver, den ich Holzi getauft habe. Mein öffentlich erreichbarer Server übernimmt lediglich die verschlüsselte Weiterleitung der notwendigen Anfragen.

Die erhobenen Statistiken bleiben unter meiner Kontrolle. Ich brauche keinen Google-Analytics-Account und muss meine Leser auch nicht zu einem externen Werbeunternehmen schicken, nur damit ich erfahre, welcher Artikel besonders häufig aufgerufen wurde.

Mich interessieren dabei vor allem die Seitenaufrufe und ihre Entwicklung. Ich möchte beispielsweise wissen, welche Beiträge innerhalb eines Jahres am häufigsten gelesen wurden oder ob ein älterer Artikel plötzlich wieder mehr Aufmerksamkeit bekommt. So etwas hatte ich schon mal, als mein Blog noch mit WordPress betrieben wurde.

Gerade bei Themen rund um Berufskraftfahrer, Verkehrsrecht oder technische Anleitungen ist das interessant. Manche Informationen werden nicht nur am Veröffentlichungstag gebraucht, sondern möglicherweise noch Monate oder Jahre später.

Datenschutz bleibt Datenschutz

Jetzt könnte man natürlich sagen: Erst jahrelang gegen Tracking argumentieren und dann selbst damit anfangen.

Den Einwand kann ich verstehen. Ich habe mir diese Entscheidung schließlich auch nicht leicht gemacht.

Aber zwischen einer datensparsamen Reichweitenmessung und dem systematischen Ausspionieren von Internetnutzern besteht für mich ein erheblicher Unterschied.

Ich möchte nicht wissen, wer du bist. Ich möchte nicht erfahren, auf welchen anderen Webseiten du unterwegs warst, welche Produkte du kaufst oder welche persönlichen Interessen du hast.

Mich interessiert, ob meine Texte gelesen werden.

Deshalb habe ich Matomo entsprechend eingeschränkt. Es werden keine Tracking-Cookies gesetzt. IP-Adressen werden gekürzt, Verweisinformationen reduziert und die Wiedererkennung einzelner Besucher so weit wie möglich eingeschränkt.

Einzelne Rohdaten sollen nach 30 Tagen gelöscht werden. Die zusammengefassten Statistiken, etwa die monatlichen Seitenaufrufe eines Artikels, bleiben erhalten. Schließlich möchte ich auch im nächsten Jahr noch vergleichen können, wie sich die Reichweite entwickelt hat.

Vollständige Anonymität kann ich dabei nicht versprechen. Bereits beim technischen Aufruf einer Webseite fallen bestimmte Verbindungsdaten an. Deshalb spreche ich bewusst von einer datensparsamen und IP-anonymisierten Auswertung.

Du entscheidest, nicht ich

Und dann ist da noch der wichtigste Punkt: Die Teilnahme an dieser Statistik ist freiwillig.

Beim Besuch meines Blogs kannst du entscheiden, ob du die anonymisierte Reichweitenmessung unterstützen möchtest oder nicht.

Lehnst du ab, wird Matomo nicht geladen und es werden keine Statistikdaten an Matomo übertragen. Du kannst sämtliche Artikel und Funktionen weiterhin ohne Einschränkungen nutzen.

Auch eine einmal erteilte Zustimmung lässt sich jederzeit über die Statistik-Einstellungen wieder zurücknehmen.

Ich werde niemandem den Zugang zu meinen Inhalten verweigern, nur weil er nicht getrackt werden möchte. Ebenso wenig möchte ich einen Einwilligungsdialog, bei dem der große grüne Knopf zum Zustimmen einlädt, während man die Ablehnung erst irgendwo suchen muss.

Eine freie Entscheidung sollte auch tatsächlich frei sein.

Und jetzt bin ich gespannt

Was ich mir von der Statistik verspreche, sind keine möglichst großen Zahlen, mit denen ich irgendwo angeben kann.

Ich möchte sehen, ob sich mein Blog weiterentwickelt. Ob die Überarbeitung des Hugo-Themes und die ganzen technischen Verbesserungen dazu beitragen, dass Menschen meine Inhalte besser finden. Und welche Themen meine Leser besonders interessieren.

Eine Einschränkung gibt es dabei natürlich: Wer der Statistik nicht zustimmt, wird darin auch nicht erfasst. Die Zahlen werden also kein vollständiges Bild meiner tatsächlichen Reichweite liefern. Außerdem fehlen mir für einen exakten Vorher-nachher-Vergleich die entsprechenden historischen Matomo-Daten.

Trotzdem kann ich künftig Entwicklungen erkennen. Und genau darum geht es mir.

Vielleicht werde ich später sogar eine kleine Übersicht der meistgelesenen Beiträge direkt auf dem Blog anzeigen. Natürlich nur mit zusammengefassten Aufrufzahlen und ohne irgendwelche Angaben über einzelne Besucher.

An meinen Grundprinzipien ändert die neue Statistik jedenfalls nichts: Mein Blog bleibt werbefrei, unabhängig und auf den Schutz der Privatsphäre seiner Besucher ausgerichtet.

Ich möchte wissen, wie viele Menschen meine Inhalte erreichen. Ich muss dafür aber nicht wissen, wer diese Menschen sind.

Erstellt mit Hugo
Ursprünglich basierend auf Stack von Jimmy Cai .
Eigenständig weiterentwickelt und erweitert durch ChristiansBlog.