Neuer Android-Trojaner ToxicPanda: Wie gefährlich ist die Bedrohung wirklich?
Aktuell wird vor einer neuen Version des Android-Banking-Trojaners ToxicPanda gewarnt. Die Schadsoftware ist durchaus ernst zu nehmen: Sicherheitsforscher haben bei ToxicPanda 2.0 deutlich erweiterte Funktionen entdeckt. Der Trojaner kann unter anderem gefälschte Eingabefenster über Banking-Apps legen, PINs und Zugangsdaten abgreifen und mithilfe der Android-Bedienungshilfen teilweise Aktionen auf dem Smartphone automatisiert ausführen.
Besonders problematisch ist dabei das sogenannte „On-Device Fraud“. Der Angreifer führt betrügerische Aktionen nicht von einem fremden Computer aus, sondern direkt über das infizierte Smartphone. Dadurch nutzt er unter Umständen die normale IP-Adresse, eine bereits bestehende App-Sitzung und andere Merkmale des Geräts, die Banken normalerweise zur Erkennung verdächtiger Zugriffe verwenden.
Die neue Version soll zudem deutlich mehr Anwendungen ins Visier nehmen. Nach Angaben der Sicherheitsforscher wurden Funktionen zur Fernsteuerung erweitert und hunderte Banking-, Finanz- und E-Wallet-Apps als potenzielle Ziele identifiziert.
Keine automatische Infektion
Trotz der teilweise alarmierenden Schlagzeilen gibt es aber auch eine wichtige Einschränkung: ToxicPanda installiert sich normalerweise nicht einfach von selbst.
Die Angreifer setzen vor allem auf Social Engineering. Nutzer sollen beispielsweise über gefälschte Nachrichten, Werbung oder angebliche Support-Mitteilungen dazu gebracht werden, eine manipulierte Android-App außerhalb des offiziellen App-Stores zu installieren. Anschließend versucht die Schadsoftware, weitreichende Berechtigungen zu erhalten – etwa Zugriff auf die Bedienungshilfen, VPN-Funktionen oder Geräteadministratorrechte.
So kann man sich schützen
Der wichtigste Schutz ist daher eigentlich recht einfach:
- Apps möglichst nur aus vertrauenswürdigen Quellen installieren.
- Keine APK-Dateien aus Links in SMS, Messenger-Nachrichten oder dubiosen Webseiten installieren.
- Besonders vorsichtig sein, wenn eine App plötzlich Zugriff auf Bedienungshilfen, Geräteadministratorrechte, VPN oder Entwickleroptionen verlangt.
- Android und installierte Apps regelmäßig aktualisieren.
- Bei angeblichen Nachrichten der Bank nicht einfach auf einen Link klicken, sondern die Banking-App oder die bekannte Webseite direkt öffnen.
- Unbekannte oder verdächtige Apps sofort überprüfen und gegebenenfalls entfernen.
Wer den Verdacht hat, dass sein Smartphone bereits betroffen sein könnte, sollte zunächst die Internetverbindung unterbrechen und von einem anderen Gerät aus die Bank informieren beziehungsweise Zugänge und laufende Sitzungen überprüfen. Anschließend sollten verdächtige Apps sowie unbekannte Berechtigungen kontrolliert werden. Im Zweifel kann ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen notwendig sein.
Fazit: ToxicPanda 2.0 ist keine harmlose Schadsoftware und kann insbesondere für Nutzer von Banking-Apps gefährlich werden. Eine Panik ist aber nicht angebracht. Wer keine unbekannten Apps installiert und bei ungewöhnlichen Berechtigungsanfragen skeptisch bleibt, reduziert das Risiko erheblich. Der wichtigste Schutzmechanismus sitzt in diesem Fall – wie so oft – vor dem Bildschirm.
