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Gamescom: Viel gesehen, aber ist das wirklich meine Messe?

Mein persönliches Fazit zur gamescom 2026 in Köln: Neue Hardware, überfüllte Stände, Tabletop-Nostalgie und ein unerwartetes Fachgespräch über den KF51 Panther.

Mein persönliches Fazit zur gamescom

Gestern waren wir auf der gamescom in Köln.

Und mein persönliches Fazit fällt etwas gemischt aus. Es gab definitiv viel Interessantes zu sehen – aber ich glaube, ich fahre trotzdem lieber zur IAA. 😄

Kaum öffnen bei der gamescom die Türen, stürmen die Leute teilweise los, nur um möglichst schnell irgendwo ein Spiel testen zu können. Dieses Gedränge, die Menschenmassen und der allgemeine Trubel sind einfach nicht so wirklich meine Welt.

Natürlich gab es trotzdem einiges Interessantes zu sehen.

Neue Hardware zum Beispiel. Besonders das Handheld von ASUS und Microsoft, das ROG Xbox Ally, fand ich durchaus spannend. Gerade wenn man viel unterwegs ist, könnte so ein Gerät im LKW eine interessante Alternative sein, statt Fernseher und Spielekonsole mitzuschleppen.

Die großen Stände von Microsoft, EA und anderen Publishern waren allerdings hoffnungslos überlaufen. Eigentlich hatte ich vor, ein paar Fragen zu stellen – unter anderem dazu, wann bestimmte Spiele oder Technologien vielleicht auch unter Linux laufen könnten. Aber an jemanden heranzukommen, der solche Fragen überhaupt beantworten konnte, war praktisch unmöglich.

Und bevor jetzt der Eindruck entsteht, ich hätte mit Gaming eigentlich nichts am Hut: Doch, durchaus. 😄

Ich spiele schon regelmäßig am PC. Battlefield 3, World of Warcraft und Path of Exile gehören beispielsweise zu den Spielen, in die ich immer mal wieder reinschaue. Und wenn ich besonders viel Langeweile habe und absolut nicht weiß, was ich spielen soll, starte ich auch schon mal den Euro Truck Simulator 2. HomeOffice so zu sagen 😄

Meine Steam-Bibliothek ist jedenfalls nicht gerade klein – und das, obwohl ich unter Linux spiele. Da findet sich eine ziemlich bunte Mischung an Spielen.

Gerade deshalb finde ich es ja auch spannend zu sehen, was sich beim Thema Linux und Gaming entwickelt. Meine Fragen bei EA oder anderen großen Publishern waren also keineswegs nur theoretischer Natur. Mich hätte tatsächlich interessiert, ob und wann bestimmte Spiele künftig offiziell unter Linux oder SteamOS unterstützt werden könnten.

Aber genau solche Gespräche waren auf der gamescom für mich leider kaum möglich. Die großen Stände waren so überlaufen, dass man froh sein konnte, überhaupt irgendwo in die Nähe der Ansprechpartner zu kommen. Gut, auf der IAA habe ich persönlich dafür die Möglichkeit am Pressetag dorthin zufahren. Immerhin kann ich mich dort akreditieren. Auf der GamesCom ist das so nicht möglich, da meinem Blog der Bezug zum Gaming fehlt. Das ist allerdings ehrlich keine Kategorie, die ich jetzt auch noch hier aufmachen möchte. Wenn es im Linux Bereich neues gibt, was man spielen kann, klar, berichte ich darüber. Ansonsten muss ich jetzt nicht jedem Spiel hinterher rennen oder Neuigkeiten von Entwicklern raushauen.

Und da kommt für mich dann auch der Punkt, an dem ich mich frage, was mir eine solche Messe eigentlich zusätzlich bringt.

Ja, es ist interessant, die Spiele und die riesigen Stände zu sehen und auch für unseren Sohn war es sicherlich ein Highlight, auch wenn recht wenig Publischer da waren, von denen er die Spiele spielt. Aber wenn ich wirklich etwas über ein Spiel erfahren möchte, nutze ich inzwischen lieber Steam. Dort kann ich mir die Titel in Ruhe anschauen, Trailer und Screenshots ansehen und mich über die einzelnen Spiele informieren.

So kann ich mir wesentlich entspannter ein Urteil darüber bilden, welche Spiele mich tatsächlich interessieren – ganz ohne Gedränge, Warteschlangen und Menschen, die beim Öffnen der Türen losrennen, als gäbe es etwas umsonst. 😄

Hardware zum Anfassen

Natürlich gab es trotzdem einiges Interessantes zu sehen.

Neue Hardware zum Beispiel. Besonders das Handheld von ASUS und Microsoft, das ROG Xbox Ally, fand ich durchaus spannend. Gerade wenn man viel unterwegs ist, könnte so ein Gerät im LKW eine interessante Alternative sein, statt Fernseher und Spielekonsole mitzuschleppen.

Aber ASUS hatte noch etwas anderes dabei, das mir sofort ins Auge gefallen ist.

Auf den ersten Blick hätte ich das Teil fast für irgendein futuristisches Gaming-Gerät gehalten. Tatsächlich handelt es sich aber um einen Router – den ASUS ROG Rapture GT-BN98.

Und das ist nicht irgendein Router. ASUS hat ihn auf der gamescom 2026 als weltweit ersten WiFi-8-Gaming-Router vorgestellt.

Mit Quad-Band-WLAN soll der GT-BN98 theoretische Übertragungsraten von bis zu 25.000 Mbit/s erreichen. Dazu kommen zwei 10-Gbit/s-Anschlüsse und vier weitere 2,5-Gbit/s-Anschlüsse.

Natürlich richtet sich das Gerät klar an Gamer und andere Nutzer mit entsprechend hohen Anforderungen. Funktionen wie AI Game Boost, Adaptive QoE und ASUS GTNet sollen dabei helfen, den Netzwerkverkehr intelligent zu priorisieren und möglichst niedrige Latenzen zu erreichen.

Ob ich persönlich einen Router brauche, der aussieht, als könnte er jeden Moment aufstehen und sich selbstständig machen, sei einmal dahingestellt. 😄

Ein Hingucker war der GT-BN98 aber definitiv.

Anime, Manga und Merch

Und so sehr ich Anime und Manga eigentlich mag: Die Halle mit den asiatischen Spiele-Publishern war mir dann doch etwas zu viel. Bunt, laut, kitschig – definitiv nicht meine Welt. 😅

Deutlich interessanter fand ich dagegen den Bereich mit den Manga-, Film- und Spielefiguren und dem ganzen Merchandise.

Wobei die Preise teilweise schon eine andere Hausnummer waren. Ein etwa 30 cm großes Thanos-Modell aus dem Marvel-Universum lag beispielsweise bei über 1.000 Euro.

Nostalgie bei Pen & Paper und Tabletop

Richtig nostalgisch wurde es für mich dann bei Pen & Paper und Tabletop-Spielen.

Plötzlich war ich gedanklich wieder in den 1990er Jahren, als ich Battlefield und Shadowrun gespielt habe.

Nostalgie pur. 😄

Und dann ging es plötzlich um Panzer

Wir waren außerdem noch in der Abteilung „Hier findest Du Deinen Job“ in Halle 10.1 unterwegs.

Zuerst haben wir bei der Bundeswehr vorbeigeschaut und anschließend noch bei Rheinmetall. Letzteres allerdings nicht unbedingt, weil ich auf Jobsuche bin. 😄

Mich interessierte vor allem der KF51 Panther, über den ich mit einem Mitarbeiter von Rheinmetall ins Gespräch kam. Natürlich ging es dabei auch um den Vergleich zum Leopard 2.

Der KF51 Panther von Rheinmetall

Der KF51 Panther von Rheinmetall. Bild: Rheinmetall Defence / Wikimedia Commons.

Und da wurde es tatsächlich ziemlich interessant.

Der Leopard 2 ist über Jahrzehnte immer weiterentwickelt worden und gehört auch heute noch zu den modernsten Kampfpanzern überhaupt. Der KF51 Panther verfolgt dagegen in einigen Bereichen ein deutlich moderneres Konzept.

Ein offensichtlicher Unterschied ist die Hauptbewaffnung. Während der Leopard 2 eine 120-mm-Glattrohrkanone verwendet, setzt Rheinmetall beim Panther auf eine 130-mm-Kanone.

Auch bei der Besatzung gibt es Unterschiede. Der Leopard 2 wird klassisch von vier Soldaten bedient. Beim Panther übernimmt ein automatisches Ladesystem die Arbeit des Ladeschützen, sodass eine Besatzung von drei Personen möglich ist.

Besonders interessant fand ich aber das Schutzkonzept.

Der Panther ist leichter als ein moderner Leopard 2, setzt aber gleichzeitig auf ein umfassendes Schutzkonzept aus moderner Panzerung, reaktiven und aktiven Schutzsystemen sowie Sensorik zur frühzeitigen Erkennung von Bedrohungen.

Der Gedanke dahinter ist also nicht einfach, immer mehr Panzerung und damit immer mehr Gewicht auf das Fahrzeug zu packen. Stattdessen soll eine Bedrohung möglichst früh erkannt und – wenn möglich – abgewehrt werden, bevor sie den Panzer überhaupt trifft.

Dazu kommt eine wesentlich stärkere Vernetzung der Systeme. Sensoren, digitale Systeme und die Möglichkeit, auch unbemannte Systeme und Drohnen einzubinden, gehören beim Panther von Anfang an zum Konzept.

Mehr Feuerkraft, moderne Sensorik, Automatisierung und ein neues Schutzkonzept – und trotzdem weniger Gewicht.

Und natürlich musste ich noch eine der wirklich entscheidenden Fragen stellen. 😄

Funktioniert der berühmte Bierglastest auch weiterhin?

Die Antwort: Ja. 🍺😂

Damit wäre dann zumindest eine der wichtigsten Fragen zur nächsten Generation deutscher Kampfpanzer geklärt.

Das Gespräch war tatsächlich ziemlich interessant. Und vermutlich war es für meinen Sohn mindestens genauso interessant zu sehen, dass sein Vater plötzlich mit einem Mitarbeiter von Rheinmetall über Kampfpanzer fachsimpelt und dabei erstaunlich viele Details zum Leopard 2 wusste.

Immerhin liegt meine eigene Bundeswehrzeit inzwischen über 30 Jahre zurück. Und ich war damals nicht einmal bei den Panzertruppen, sondern bei der Luftwaffe. 😂 Und ja, auch wenn es nur die Luftwaffe war, so haben wir auch dort etwas über Panzerabwehr gelernt.

Man vergisst offenbar doch nicht alles.

YouTuber, Streamer und Cosplayer überall

Was mir ebenfalls aufgefallen ist: YouTuber und Twitch-Streamer waren auf der gamescom reichlich vertreten.

Gefühlt gab es kaum einen Moment, in dem man nicht irgendwo vor einer Kamera stand oder einem Team mit Kamera, Mikrofon und weiterem Equipment begegnete. Teilweise kamen die Creator offenbar aus allen möglichen Ländern und hatten entsprechend auch ihr Team dabei.

Grundsätzlich ist das natürlich nachvollziehbar. Die gamescom ist schließlich genau die Art von Veranstaltung, über die Gaming-YouTuber und Streamer berichten wollen.

Irgendwann wurde es für mich persönlich allerdings etwas nervig. Wenn man einfach nur über die Messe laufen und sich etwas anschauen möchte, muss man ständig darauf achten, nicht gerade durch irgendeine Aufnahme zu laufen oder plötzlich mitten im Hintergrund eines Videos aufzutauchen.

Und wo wir gerade dabei sind: Wer auf die GamesCom will und durch zufall an den Stand des YouTubers Knabe kommt, das Passwort für ein kostenloses Getränk seiner Cola ist “Ehre”. Ist gut wenn man seine Kinder mitnimmt. Die wissen sowas 😂

Auch Cosplayer waren reichlich vertreten.

Die gehörten für mich allerdings eher zum positiven Teil der Messe. Teilweise waren da wirklich beeindruckende Kostüme dabei und man merkte, wie viel Arbeit und Zeit einige in ihre Figuren gesteckt hatten.

Aber auch das gehört vermutlich einfach zur gamescom dazu: Gaming, große Publisher, Hardware, Streamer mit Kamerateams und überall Menschen in teilweise ziemlich aufwendigen Kostümen.

Für jemanden, der solche Veranstaltungen mag, gehört genau das vermutlich zur besonderen Atmosphäre der gamescom.

Für mich war es dagegen noch ein weiterer Punkt, der zum ohnehin schon vorhandenen Trubel beigetragen hat. 😄

Und wenn ich nächsten Monat zur IAA fahre, gibt es dort natürlich ebenfalls Cosplayer – nur nennt man die dort vermutlich einfach LKW-Fahrer. 😄

Der Unterschied: Wir müssen uns dafür nicht einmal verkleiden. 😂 Wir sind so, wie wir sind.

Was mich allerdings wirklich gestört hat

Es gab meiner Meinung nach viel zu wenige Sitzgelegenheiten.

Wenn man einfach mal eine Pause machen wollte, blieb oft nur, sich irgendwo auf den Boden zu setzen. Für jüngere Besucher vielleicht kein großes Problem – aber für Leute in meinem Alter und darüber ist das nicht gerade ideal.

Gerade bei einer Messe, auf der man den ganzen Tag unterwegs ist und teilweise kilometerweit durch die Hallen läuft, sollten ausreichend Sitzmöglichkeiten eigentlich selbstverständlich sein. Laut meiner Smartwatch haben wir gestern so rund 6 km zu Fuß zurück gelegt. Klar, der Weg vom Parkhaus zur Messe und wieder zurück mit eingerechnet.

Mein Fazit

Die gamescom war definitiv interessant und ich habe einiges gesehen, das mir gefallen hat.

Besonders die neue Hardware, die Tabletop- und Pen-&-Paper-Ecke, der Merchandise-Bereich und überraschenderweise auch das Gespräch bei Rheinmetall waren für mich echte Highlights.

Trotzdem hat mir der Besuch auch gezeigt, dass ich vermutlich einfach nicht der typische gamescom-Besucher bin.

Ich spiele durchaus am PC und meine Steam-Bibliothek ist dafür, dass ich inzwischen unter Linux unterwegs bin, alles andere als klein. Aber um mich über neue Spiele zu informieren, brauche ich persönlich keine überfüllte Messehalle. Dafür kann ich mir die Titel auf Steam in Ruhe anschauen, Trailer ansehen und anschließend selbst entscheiden, was mich interessiert.

Und wenn ich tatsächlich mit Entwicklern oder Herstellern sprechen möchte, dann wäre etwas weniger Gedränge und etwas mehr Gelegenheit für Gespräche durchaus hilfreich.

Die gamescom war also eine interessante Erfahrung – aber als Messe liegt mir die IAA einfach mehr. Etwas weniger Gedränge, mehr Platz und vor allem eher die Möglichkeit, sich Dinge in Ruhe anzuschauen oder tatsächlich einmal mit Ausstellern ins Gespräch zu kommen.

Und da die IAA nächsten Monat ohnehin ansteht und meine Pressetickets schon bereitliegen, freue ich mich jetzt erst einmal darauf. 😉

Vielleicht bin ich einfach eher der Typ für Autos, Technik und Fachgespräche als für den morgendlichen Sprint zum nächsten Gaming-Stand. 😄

Gestern war es zumindest die letzte Lange Fahrt mit meinem Ford Kuga. Ab nächste Woche Freitag bin ich elektrisch unterwegs. Dann gibt es den BYD Seal U DM-I .

Ich werde natürlich auch darüber berichten, wenn ich Ihn habe und meinen Eindruck über das Fahrzeug vermitteln. Vielleicht wird es auch das eine oder andere TikTok Video über das Auto geben. Mal schauen.

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