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Warum die Parkplatzkarte niemals eine richtige App sein wird

Warum ich mich bewusst gegen eine klassische Android-App entschieden habe und meine LKW-Parkplatzkarte stattdessen als Progressive Web App (PWA) weiterentwickle.

Warum die Parkplatzkarte niemals eine richtige App sein wird

Eigentlich war der Gedanke von Anfang an da: Eine richtige App für die Parkplatzkarte.

Installierbar über den Play Store, direkt auf dem Smartphone verfügbar und möglichst bequem für Berufskraftfahrer nutzbar.

Je weiter das Projekt allerdings gewachsen ist, desto klarer wurde mir:

Genau diesen Weg werde ich vermutlich nie gehen.

Und das hat mehrere Gründe.

Ursprünglich war eine klassische App durchaus geplant

Die Idee lag eigentlich auf der Hand.

Eine Parkplatzkarte für LKW-Fahrer, optimiert für unterwegs, direkt auf dem Smartphone verfügbar. Gerade weil viele Fahrer ohnehin fast alles über das Handy erledigen, erschien eine Android-App zunächst logisch.

Zumal man bei einer „richtigen App“ automatisch gewisse Erwartungen verbindet: Sie fühlt sich hochwertiger an, lässt sich direkt aus einem Store installieren und wirkt auf viele Menschen zunächst professioneller als eine Webseite.

Doch genau an diesem Punkt lohnt sich ein genauerer Blick.

Denn die entscheidende Frage ist nicht:

Brauche ich eine App?

Sondern:

Brauche ich wirklich einen App Store?

Der Play Store entwickelt sich in eine Richtung, die kleine Projekte zunehmend ausbremst

Wer heute eine App veröffentlichen möchte, muss sich an immer mehr Vorgaben halten.

Neue Richtlinien, technische Anforderungen, Prüfprozesse und Anforderungen an Entwicklerkonten gehören mittlerweile fast schon zum Alltag.

Und genau dagegen regt sich inzwischen auch Widerstand.

Aktuell gibt es eine Kampagne von kleineren Entwicklern und unabhängigen Projekten, die sich kritisch mit den neuen Anforderungen rund um den Play Store auseinandersetzt. Der Vorwurf: Immer mehr Bürokratie, immer höhere Hürden – und immer weniger Platz für kleine, unabhängige Projekte.

Ich kann diese Kritik zumindest nachvollziehen.

Denn irgendwann stellt sich eine ziemlich einfache Frage:

Investiere ich meine Zeit in neue Funktionen – oder in Plattformregeln?

Gerade wenn man ein Projekt nebenbei entwickelt und nicht mit einem ganzen Entwicklerteam arbeitet, wird das irgendwann relevant.

Und ganz ehrlich:

Ich habe wenig Lust darauf, Geld und Zeit in einen Store zu investieren, dessen Regeln sich jederzeit ändern können. Vielleicht hilft da auch ein Blick auf diese Kampagne hier

Ja, ich hätte Alternativen gehabt

Natürlich gäbe es andere Möglichkeiten.

Zum Beispiel hätte ich den Weg über F-Droid gehen können – also einen alternativen App-Store, der besonders in der Open-Source-Szene beliebt ist. Ich selbst nutze den ausschließlich auf meinem Googlefreien Android Smartphone.

Oder ich hätte einfach eine APK-Datei direkt auf meiner Webseite bereitstellen können.

Technisch wäre beides machbar.

Aber auch hier bin ich irgendwann zu dem Schluss gekommen:

Warum eigentlich?

Denn am Ende würde ich weiterhin eine klassische App pflegen müssen – inklusive zusätzlichem Entwicklungsaufwand, Updates, Tests und potenziellen Problemen zwischen verschiedenen Android-Versionen.

Und genau da kam für mich der Punkt, an dem ich dachte:

Vielleicht versuche ich gerade, ein Problem zu lösen, das eigentlich gar nicht existiert.

Datenschutz spielt ebenfalls eine Rolle

Ein weiterer Punkt, der bei meiner Entscheidung durchaus mit hineinspielt, ist der Datenschutz.

Wer meine Webseite kennt, weiß:

Ich versuche schon seit längerer Zeit, Dinge möglichst datensparsam umzusetzen. Keine unnötigen Cookie-Banner, keine übertriebene Tracking-Orgie und möglichst wenig unnötiger Ballast.

Einfach eine Plattform, die funktioniert.

Gerade deshalb fühlt sich der Weg über einen großen App-Store für mich inzwischen irgendwie widersprüchlich an.

Versteht mich nicht falsch:

Natürlich ist mir klar, dass Android für viele Fahrer der Standard ist – und Google technisch vieles überhaupt erst möglich macht.

Trotzdem bleibt am Ende ein gewisser Widerspruch:

Einerseits versuche ich, eine möglichst unabhängige und datensparsame Plattform aufzubauen.

Andererseits würde ich mich bei einer klassischen App wieder stärker in genau dieses Ökosystem hineinbegeben.

Und ganz ehrlich:

Dann kann ich mir den Datenschutzgedanken am Ende auch fast sparen.

Gerade deshalb passt eine PWA für dieses Projekt aus meiner Sicht einfach besser.

Die Karte bleibt direkt erreichbar, installierbar und nutzbar – aber ohne den zusätzlichen Umweg über einen zentralen Store.

Die Wahrheit ist: Eine PWA reicht heute oft völlig aus

Viele verbinden Webseiten immer noch mit etwas, das sich im Browser irgendwie schlechter anfühlt als eine App.

Das Problem dabei:

Dieses Bild stammt gefühlt aus den frühen 2010ern.

Moderne Progressive Web Apps – kurz PWA – können heute deutlich mehr, als viele denken.

Die Parkplatzkarte lässt sich bereits jetzt wie eine App auf dem Startbildschirm installieren. Sie öffnet sich im Vollbild, funktioniert ohne störende Browserleisten und fühlt sich damit bereits sehr nah an einer klassischen Anwendung an.

Und genau das ist für mich der entscheidende Punkt:

Die Nutzer sollen eine gute Lösung bekommen – keine App nur um der App willen.

Denn was bringt mir eine native App, wenn der einzige echte Unterschied am Ende das Play-Store-Logo ist?

Für Fahrer zählen Funktionen – nicht die Verpackung

Am Ende interessiert einen Fahrer unterwegs vor allem eines:

Funktioniert es zuverlässig?

Nicht, ob etwas technisch als Webseite oder App bezeichnet wird.

Wenn ich auf einen Blick sehen kann:

  • wo freie Parkplätze sind,
  • welche Informationen verfügbar sind,
  • wie die Lage vor Ort aussieht,
  • oder ob sich ein Stopp überhaupt lohnt,

dann erfüllt die Anwendung ihren Zweck.

Und genau darauf möchte ich mich konzentrieren.

Lieber investiere ich Zeit in sinnvolle Funktionen als in Dinge, die am Ende kaum Mehrwert bieten.

Eine PWA hat sogar echte Vorteile

Tatsächlich bringt eine Progressive Web App einige Dinge mit, die für dieses Projekt sogar praktischer sind.

Keine Store-Abhängigkeit

Es braucht keinen Genehmigungsprozess, keine Wartezeiten und keine Angst davor, dass irgendeine neue Richtlinie plötzlich Probleme macht.

Wenn eine neue Funktion fertig ist, steht sie direkt zur Verfügung.

Ohne:

„Bitte erst das nächste Update aus dem App Store laden.“

Plattformunabhängig

Egal ob Android, iPhone, Tablet oder Desktop-PC:

Die Karte funktioniert überall.

Gerade in der Transportbranche, wo nicht jeder dasselbe Gerät nutzt, ist das ein echter Vorteil.

Direkte Updates

Verbesserungen landen sofort bei den Nutzern.

Kein manuelles Aktualisieren, keine veralteten Versionen und kein Versionschaos.

Mehr Unabhängigkeit

Und ja, das ist mir durchaus wichtig.

Ich möchte das Projekt möglichst unabhängig halten.

Ohne unnötige Hürden, ohne Plattformzwang und möglichst nah an dem Grundgedanken, den ich ohnehin auf meiner Webseite verfolge:

offen, direkt erreichbar und ohne unnötigen Ballast.

Die Parkplatzkarte soll sich trotzdem wie eine App anfühlen

Nur weil die Parkplatzkarte keine klassische App wird, heißt das nicht, dass sie sich wie eine typische Webseite anfühlen soll.

Im Gegenteil.

Das Ziel bleibt klar:

Sie soll sich möglichst wie eine richtige App anfühlen.

Dazu gehören unter anderem:

  • eine mobile Bedienung, die unterwegs funktioniert,
  • schnelle Ladezeiten,
  • eine auf Fahrer zugeschnittene Oberfläche,
  • Favoriten,
  • sinnvolle Offline-Funktionen,
  • und langfristig weitere Funktionen, die im Alltag wirklich helfen.

Nicht, weil es technisch spannend klingt.

Sondern weil es unterwegs praktisch sein muss.

Fazit

Die Parkplatzkarte wird vermutlich niemals eine „richtige“ App im klassischen Sinne werden.

Und inzwischen bin ich ehrlich gesagt ziemlich überzeugt davon, dass das auch gut so ist.

Ja, ich hätte den Weg über den Play Store gehen können.

Ja, F-Droid oder eine APK direkt auf der Webseite wären ebenfalls Optionen gewesen.

Aber am Ende glaube ich, dass ich mit einer gut gemachten PWA besser fahre als mit einer klassischen App.

Nicht jede Idee braucht einen App Store.

Manchmal reicht eine gute Lösung, die einfach funktioniert.