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Elektromobilität in Europa wächst – schneller als viele denken

Europa erlebt einen starken Anstieg bei Elektrofahrzeugen. Warum Ladeinfrastruktur und aktuelle Zahlen zeigen, dass Elektromobilität längst Realität ist.

Vor kurzem bekam ich unter einem Beitrag zu meiner Europa-Ladesäulenkarte einen Kommentar, sinngemäß:

„Brauch kein Mensch… hoffentlich.“

Solche Aussagen liest man häufiger, wenn es um Elektromobilität geht. Oft verbunden mit der Vorstellung, das Thema sei ein kurzlebiger Trend oder werde sich ohnehin nicht durchsetzen.

Schaut man allerdings auf die aktuellen Zahlen in Europa, ergibt sich ein ziemlich anderes Bild.

Allein im April wurden europaweit rund 200.000 neue batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) zugelassen. Das entspricht einem Wachstum von knapp 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig lag der Marktanteil vollelektrischer Fahrzeuge europaweit inzwischen bei über 20 Prozent aller Neuzulassungen. Anders gesagt:

Mehr als jedes fünfte neu zugelassene Auto fährt inzwischen rein elektrisch.

Und das Wachstum betrifft längst nicht mehr nur einzelne Vorzeigeländer.

Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Polen melden teils starke Zuwächse bei den Zulassungen. Besonders spannend dabei: Selbst Länder, die beim Ausbau lange eher zurückhaltend waren, holen inzwischen spürbar auf.

Natürlich bedeutet das nicht, dass morgen plötzlich alle Verbrenner verschwinden. Aber die Richtung ist inzwischen ziemlich klar:

Elektromobilität wächst — und zwar europaweit.

Damit wächst automatisch auch eine zweite Frage:

Wo laden diese Fahrzeuge eigentlich?

Denn je mehr E-Autos unterwegs sind, desto relevanter wird Ladeinfrastruktur. Nicht irgendwann in ferner Zukunft, sondern bereits heute.

Und genau hier merkt man schnell, dass die Realität komplizierter ist als manche Diskussion in sozialen Netzwerken vermuten lässt.

Wer grenzüberschreitend unterwegs ist, längere Strecken fährt oder beruflich im Transportbereich arbeitet, merkt schnell: Ladepunkte, Betreiber, Ausbaugeschwindigkeit und regionale Unterschiede spielen plötzlich eine Rolle.

Besonders spannend wird das Thema beim Schwerlastverkehr.

Während manche noch darüber diskutieren, ob elektrische LKW überhaupt kommen, investieren Hersteller und Betreiber bereits Milliarden in entsprechende Infrastruktur. Neue Ladehubs entstehen entlang wichtiger Verkehrsachsen, bestehende Standorte werden erweitert und europaweit wird am Aufbau leistungsfähiger Schnellladepunkte gearbeitet.

Man muss Elektromobilität nicht mögen. Man muss auch kein Elektroauto fahren.

Aber so zu tun, als sei das Thema irrelevant oder werde wieder verschwinden, wird den aktuellen Entwicklungen schlicht nicht gerecht.

Vielleicht braucht tatsächlich nicht jeder Mensch eine Karte mit Ladeinfrastruktur in Europa.

Aber wenn jeden Monat hunderttausende neue E-Fahrzeuge dazukommen, dann spricht einiges dafür, dass der Bedarf an Überblick eher größer als kleiner wird.