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Praxistest: TomTom Trucker 500 – Bewährtes Konzept mit kleinen Schwächen

Praxistest des TomTom Trucker 500 aus Sicht eines Berufskraftfahrers.

📌 Wichtig

Dieser Beitrag enthält Werbung.

Das TomTom Trucker 500 wurde mir für die Dauer des Tests kostenlos zur Verfügung gestellt. Der folgende Artikel gibt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

📝 Hinweis

Historischer Beitrag

Dieser Testbericht wurde ursprünglich im Juli 2016 veröffentlicht und für ChristiansBlog technisch sowie sprachlich überarbeitet. Alle Aussagen beziehen sich auf den damaligen Stand der Technik.

Erneut ein TomTom im Test

Nachdem ich bereits im Vorjahr das TomTom Trucker 6000 testen durfte, stellte mir TomTom diesmal das neue Trucker 500 zur Verfügung.

Auf den ersten Blick unterscheiden sich beide Geräte vor allem durch ihre Displaygröße. Im Alltag zeigen sich jedoch noch weitere Unterschiede – insbesondere bei der Anbindung der Live-Dienste.

Während das Trucker 6000 vollständig auf eine integrierte SIM-Karte setzte, nutzt das Trucker 500 einen anderen Weg. Für aktuelle Verkehrsinformationen wird eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone benötigt. Zusätzlich greift das Gerät über diese Verbindung auf die Internetverbindung des Smartphones zu. Für klassische Verkehrsmeldungen steht außerdem weiterhin TMC über das Ladekabel zur Verfügung.

Im folgenden Praxistest schildere ich meine persönlichen Eindrücke aus dem Berufsalltag. Wie immer gilt: Lob und Kritik beruhen ausschließlich auf meinen eigenen Erfahrungen während des Testzeitraums.

Unterschiede zum Trucker 6000

Der größte Unterschied zwischen beiden Geräten liegt in der Art, wie Verkehrsinformationen empfangen werden.

Das Trucker 500 besitzt keine integrierte SIM-Karte. Stattdessen erfolgt die Verbindung zum Internet über ein gekoppeltes Smartphone. Laut TomTom liegt der monatliche Datenverbrauch dabei bei maximal sieben Megabyte.

Software- und Kartenupdates werden weiterhin über MyDrive Connect am heimischen Computer installiert.

Im Alltag funktionierte die Bluetooth-Verbindung zuverlässig. Allerdings hätte ich mir zusätzlich eine WLAN-Funktion gewünscht. So könnte beispielsweise das Firmenhandy als Hotspot genutzt werden, ohne dauerhaft auf Bluetooth angewiesen zu sein.

Positiv ist dagegen, dass TomTom beim Trucker 500 wieder auf TMC setzt. Das TMC-Modul befindet sich direkt im Ladekabel und liefert klassische Verkehrsmeldungen auch ohne Internetverbindung.

Funktionsumfang

Zum Funktionsumfang gehören unter anderem:

  • Lebenslange LKW-Karten
  • Navigation speziell für LKW
  • Sonderziele aus der Community
  • Click-&-Go-Magnethalterung
  • TomTom Traffic (3 Monate kostenlos)
  • Radarkameradienst (3 Monate kostenlos)

Nach Ablauf der kostenlosen Testphase konnten die Live-Dienste kostenpflichtig verlängert werden.

Preis

Zum Zeitpunkt meines Tests lag die unverbindliche Preisempfehlung bei rund 299 Euro.

Je nach Händler bewegte sich der Verkaufspreis zwischen etwa 290 und 317 Euro.

Damit positionierte sich das Trucker 500 unterhalb des größeren Trucker 6000 und sprach vor allem Fahrer an, die auf einige Komfortfunktionen verzichten konnten.

Der Praxistest

Getestet habe ich das TomTom Trucker 500 ausschließlich im Verteilerverkehr.

Wie sich das Gerät auf längeren Fernverkehrstouren schlägt, kann ich daher nicht beurteilen.

Wie bereits bei früheren Tests installierte ich zunächst die POI-Daten unseres Tankkartenanbieters. Das funktionierte problemlos.

Mit seinem 5-Zoll-Display fällt das Gerät deutlich kompakter aus als das Trucker 6000. Für den Einsatz im Pkw ist diese Größe sicherlich ausreichend. Im großen Fahrerhaus eines Mercedes Actros wirkte das Display auf mich jedoch etwas klein.

Vor jeder Navigation fragt das Gerät die wichtigsten Fahrzeugdaten wie Höhe, Breite, Länge, zulässige Geschwindigkeit sowie gegebenenfalls Gefahrgut ab.

Wer täglich mit demselben Fahrzeug unterwegs ist, wird diese Abfrage vermutlich als überflüssig empfinden. Im Verteilerverkehr oder bei häufig wechselnden Fahrzeugen ist sie dagegen durchaus sinnvoll.

Kartenmaterial

Bereits während meines ersten Tests mit dem TomTom Trucker 6000 hatte ich das Kartenmaterial kritisiert. Leider musste ich feststellen, dass sich daran auch beim Trucker 500 nur wenig geändert hatte.

Schon am ersten Testtag stand ich gleich zweimal vor einer Brücke, unter der ich mit dem LKW nicht hindurchfahren konnte.

Der Grund war schnell gefunden: Die betreffende Eisenbahnbrücke war im Kartenmaterial des TomTom nicht hinterlegt. Glücklicherweise hatte ich mein Becker-Navigationsgerät noch im Fahrzeug, obwohl ich den Test ursprünglich ohne Referenzgerät durchführen wollte. Dadurch konnte ich die Strecke kurzfristig umplanen und mein Ziel trotzdem erreichen.

Ein weiterer kleiner, aber dennoch auffälliger Fehler betraf Ortsnamen. Aus Fröndenberg machte das Navigationsgerät kurzerhand „Frödenberg“ – nicht nur auf dem Display, sondern sogar in der Sprachausgabe.

Solche Fehler können natürlich vorkommen. Bei einem Navigationsgerät dieser Preisklasse hätte ich jedoch ein aktuelleres und sorgfältiger gepflegtes Kartenmaterial erwartet.

Sprachausgabe

Im Vergleich zum Trucker 6000 hat TomTom die Sprachausgabe deutlich verbessert.

Straßennamen werden nun angesagt und auch die Information, auf welcher Seite sich das Ziel befindet, fehlt nicht mehr.

Allerdings gibt es auch hier Kritikpunkte.

Selbst bei maximal eingestellter Lautstärke war mir die Stimme im Fahrerhaus häufig zu leise. Bei geöffnetem Fenster, eingeschaltetem Radio oder laufendem Funkgerät gingen die Ansagen schnell unter.

Hinzu kommt, dass TomTom teilweise deutlich mehr Informationen vorliest als notwendig. Gerade bei Autobahnwechseln werden neben der eigentlichen Fahrtrichtung zusätzlich sämtliche Autobahn- und Europastraßennummern angesagt.

Für mich wäre hier weniger mehr gewesen. Im Berufsalltag interessiert in erster Linie die Richtung, nicht jede einzelne Europastraßennummer.

Positiv fiel dagegen auf, dass die Ansagen deutlich flüssiger wirkten als noch beim Trucker 6000, auch wenn sie stellenweise weiterhin einen leicht computerisierten Eindruck hinterließen.

Routenplanung

Bei der Tourenplanung bietet das TomTom Trucker 500 mehrere Möglichkeiten.

Eine Route kann direkt am Gerät erstellt, über die Smartphone-App geplant oder am heimischen Computer im Webbrowser vorbereitet werden.

Besonders praktisch ist die Synchronisation. Sobald das Navigationsgerät wieder mit dem Smartphone verbunden ist, werden geplante Ziele automatisch übernommen.

Eine Einschränkung gibt es allerdings:

Mehrere Zwischenziele lassen sich lediglich über den Webbrowser komfortabel planen. Weder das Gerät selbst noch die Smartphone-App boten damals eine Möglichkeit, komplette Mehrstopp-Touren anzulegen.

Gerade im Verteilerverkehr wäre diese Funktion äußerst hilfreich gewesen.

TomTom Traffic

Auch den Verkehrsdienst TomTom Traffic habe ich im Alltag ausführlich getestet.

Auf Autobahnen funktionierte der Dienst zuverlässig. Baustellen und Staus wurden frühzeitig erkannt und bei der Routenplanung berücksichtigt.

Auf Bundes- und Landstraßen sah das jedoch anders aus.

Mehrfach fehlten Informationen über längerfristige Baustellen oder vollständige Straßensperrungen. Während meines Tests waren unter anderem die B7 zwischen Meschede und Brilon sowie die L686 aufgrund von Bauarbeiten gesperrt. Beide Sperrungen waren dem Navigationsgerät nicht bekannt. :contentReference[oaicite:0]{index=0}

Gerade im Güterverkehr, wo Umleitungen auf Landstraßen oft nur unzureichend ausgeschildert sind, halte ich aktuelle Verkehrsinformationen jedoch für besonders wichtig.

Mein Fazit

Im Vergleich zum Trucker 6000 hat mir das TomTom Trucker 500 insgesamt besser gefallen.

Viele Kritikpunkte des Vorgängers wurden bereits verbessert. Die Bedienung wirkt ausgereifter, die Sprachausgabe verständlicher und die Möglichkeit, Touren zwischen Smartphone, Browser und Navigationsgerät zu synchronisieren, ist im Alltag durchaus praktisch.

Dennoch blieb auch dieses Gerät nicht frei von Schwächen.

Das Kartenmaterial hätte an einigen Stellen aktueller sein dürfen. Die fehlenden Höhenbeschränkungen führten während meines Tests gleich mehrfach zu unnötigen Umwegen.

Auch die Lautstärke der Sprachansagen dürfte insbesondere im LKW gerne etwas höher ausfallen.

Verbesserungsbedarf sehe ich außerdem weiterhin bei der Routenplanung für den Verteilerverkehr. Mehrfachrouten sollten sich direkt am Gerät oder zumindest über die Smartphone-App erstellen lassen.

Positiv hervorheben möchte ich dagegen die insgesamt flüssige Bedienung sowie das durchdachte Zusammenspiel zwischen Smartphone, Webbrowser und Navigationsgerät.

Wer überwiegend im Fernverkehr unterwegs ist, dürfte mit dem TomTom Trucker 500 insgesamt gut zurechtkommen.

Da ich das Gerät ausschließlich im Verteilerverkehr getestet habe, beziehen sich meine Kritikpunkte vor allem auf diesen Einsatzbereich.

Schlusswort

Alles in allem hinterließ das TomTom Trucker 500 bei mir einen positiven Gesamteindruck.

Nicht jedes Detail konnte überzeugen, doch viele der im Vorgängermodell kritisierten Punkte wurden bereits verbessert.

Ich hoffe, dass dieser Erfahrungsbericht anderen Berufskraftfahrern bei ihrer Kaufentscheidung eine hilfreiche Orientierung bietet.


Anmerkung zur Neuveröffentlichung

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Juli 2016 auf ChristiansBlog und wurde für die heutige Hugo-Version technisch und sprachlich überarbeitet. Aus diesem Grund fehlen auch leider einige Bilder, die so nicht wiederhergestellt werden konnten.

Die beschriebenen Funktionen, Preise und Dienste entsprechen dem damaligen Stand der Technik und dienen als historischer Erfahrungsbericht aus dem Berufsalltag.