Seit zwei Jahren nutze ich nun schon mein Volla Phone, das ich mir damals ganz bewusst gekauft habe.
Bestellt hatte ich es zunächst mit der mobilen Variante von Ubuntu, also Ubuntu Touch. Allerdings musste ich recht schnell feststellen, dass sich mobile Linux-Systeme sehr deutlich von ihren Desktop-Pendants unterscheiden. Vieles, was man von einem klassischen Linux auf dem Rechner kennt und erwartet, lässt sich nicht ohne Weiteres auf ein Smartphone übertragen.
Zum Glück gibt es beim Volla Phone aber den Weg zurück zu Android. Denn Volla bietet nicht nur Linux-Varianten an, sondern auch das eigene Volla OS – also ein weitgehend googlefreies Android.
Ja, warum habe ich mich damals eigentlich entschieden, Google so weit wie möglich den Rücken zu kehren? Der Grund ist für mich recht einfach: Ich wollte weniger Überwachung und weniger Abhängigkeit.
Google – und auch andere große Plattformen – müssen nicht wissen, wann ich mit wem telefoniere, welche Apps ich nutze, mit wem ich schreibe oder an welchen Orten ich mich regelmäßig aufhalte. Genau diese Summe an Daten macht Smartphones heute so problematisch. Denn sie sind nicht nur praktische Alltagsgeräte, sondern gleichzeitig auch Werkzeuge, über die sehr viele Informationen über uns gesammelt werden.
Fakt ist: Smartphones produzieren eine enorme Menge an Daten. Ein Teil davon entsteht durch das installierte Betriebssystem, ein anderer durch Herstellerdienste und ein weiterer durch die Apps, die wir täglich nutzen. Gerade wenn Google tief ins System eingebunden ist, fallen nicht nur Suchanfragen oder App-Installationen an, sondern unter Umständen auch Standortdaten, Nutzungsverhalten, Geräteinformationen und andere Metadaten, aus denen sich sehr genaue Profile erstellen lassen.
Wie viel sich aus solchen digitalen Spuren ableiten lässt, zeigt unter anderem das Projekt Made to Measure – Eine digitale Spurensuche. Dieses Datenexperiment der Gruppe Laokoon macht deutlich, wie sich das Leben eines Menschen allein anhand persönlicher Online-Daten erstaunlich weit rekonstruieren lässt. Grundlage war ein über Jahre gewachsener Datensatz aus dem Google-Konto einer Teilnehmerin. Daraus wurde ein digitales Doppel entwickelt, das von einer Schauspielerin nachgestellt wurde. Das Projekt zeigt sehr eindrucksvoll, wie tief digitale Spuren Einblicke in Alltag, Interessen, Gewohnheiten und Persönlichkeitsmerkmale geben können – selbst dann, wenn man die betroffene Person gar nicht persönlich kennt.
Die Umstellung auf ein googlefreies Android war zunächst einmal ernüchternd. Auf dem Volla Phone ist mit F-Droid zwar bereits ein alternativer App-Store vorinstalliert, über den sich viele freie Apps beziehen lassen. Ganz neu war mir das also nicht, weil ich F-Droid auch schon auf meinem alten Smartphone genutzt hatte.
Doch wirklich komplett ohne Google? Das war noch einmal eine andere Umstellung. Und weil ich dabei keine halben Sachen machen wollte, habe ich den Schritt dann auch konsequent durchgezogen:
Natürlich brachte das auch Einschränkungen mit sich.
Auf gewisse Dinge kann man im Alltag eben nicht vollständig verzichten. Es gibt die eine oder andere App, auf die ich zwingend angewiesen bin. Welche das genau sind und warum, möchte ich hier bewusst nicht näher ausführen, weil das auch unsere familiäre Sicherheit betrifft.
Es zeigte sich aber schnell, dass ich für manche Dinge doch wieder auf den Play Store von Google angewiesen gewesen wäre.
Allerdings bietet Volla OS dafür auch eine Alternative an: den Aurora Store.
Über den Aurora Store lassen sich viele bekannte Android-Apps installieren, ohne dass man dafür den Google Play Store in der üblichen Form oder ein eigenes Google-Konto direkt auf dem Gerät benötigt. So kann man zum Beispiel ein anonymes Konto nutzen, damit nicht sofort ersichtlich ist, wer gerade welche App herunterlädt und installiert.
Wer bereits ein Google-Konto hat, kann dieses dort allerdings auch hinterlegen. Dann besteht wieder Zugriff auf viele Apps, die man auf dem alten Smartphone bereits genutzt oder heruntergeladen hatte.
Und ja: Auch heute kommt man vielerorts noch nicht ganz ohne WhatsApp aus, obwohl die meisten inzwischen wissen dürften, dass der Dienst datenschutzrechtlich zumindest kritisch zu sehen ist.
Wie gesagt, ich musste mich damit arrangieren. Zurück zu meinem alten Smartphone konnte ich nicht, weil das Display geplatzt war. Ganz von WhatsApp kam ich damals noch nicht los, auch wenn ich inzwischen kein WhatsApp-Konto mehr habe, nachdem Meta meinen Account gesperrt und gelöscht hat. Stattdessen bin ich letztlich bei Signal gelandet.
Doch damals kam zunächst noch Element beziehungsweise Matrix ins Spiel. Darüber konnte ich mein zu diesem Zeitpunkt noch funktionierendes WhatsApp-Konto einbinden und weiter nutzen. Zwar auch hier wieder mit Einschränkungen, aber es funktionierte immerhin.
Das waren eigentlich meine Hauptprobleme. Zum Thema Banking kann ich nichts sagen, da ich Banking-Apps noch nie auf dem Smartphone genutzt habe. Soweit ich weiß, soll das mit der einen oder anderen App aber durchaus funktionieren.
Ansonsten merke ich persönlich kaum Einschränkungen. Der F-Droid Store bietet hier und da zwar auch das eine oder andere Spiel an, was für mich auf dem Smartphone aber eher uninteressant ist. Wichtiger sind für mich Dinge wie Musik-Streaming über NewPipe oder eine Wetter-App. Ansonsten ist das für mich in erster Linie ein Telefon, mit dem ich telefoniere, und nicht ein Gerät, auf dem ich alles Mögliche erledigen muss.
Dafür habe ich meinen Linux-PC beziehungsweise Laptop. Doch beim Smartphone? Ich wieder ein Googlefiziertes? Nee nicht wirklich. Ich warte mal ab, was da bei Motorola und GrapheneOS rauskommt.
Ich bin aktiver Berufskraftfahrer in zweiter Generation mit langjähriger Erfahrung im Transportsektor. Auf diesem Blog teile ich meine persönliche Meinung und Erfahrungen.
Du hast Fragen, Anregungen oder Kritik? Schreib mir eine E-Mail: ue.golbsnaitsirhc@ofni
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